Die schräge Tante aus Amerika

©2017 Twentieth Century Fox Film Corporation

Da ist sie also, die Tante ist auf Sendung! ProSieben zeigt ab jetzt die nicht ganz unumstrittene Comedyserie „The Mick“. Wow, Tante Mackenzie ist da! Die besucht gerade ihre wohlhabende Schwester Poodle bei der jährlichen Snobs-Garten-Party, um sie um ein privates Darlehen zu bitten. „Ich habe dich nicht mehr gesehen seit du jung warst!“ Begrüßt man so seine Tante? Die wirklich lustigen Szenen beginnen, nachdem das FBI die Feier stürmt und die Eltern verhaftet. Mickey muss sich um die drei Kinder ihrer Schwester kümmern. Nichten und Neffen hüten? „Ich bin eine schlechte Wahl für diesen Job“ – und das was jetzt kommt, darf durchaus Spaß machen… wenn auch nicht unbedingt für Sabrina, Chip und Ben.

Poker spielen mit den Kleinen? Rotwein trinken im Hochzeitskleid? Die spanische Haushälterin, die nicht schwimmen kann, auf einer Luftmatratze mitten im Pool aussetzen? Das Tantesein kann so abwechslungsreich sein. „Ich will deine coole Tante sein, vertraue mir deine Jungs-Probleme an oder die mit Mädchen, ich bin da nicht so“, flötet Mackanzie. Und vor der Schule erspart sie den Kids keine Peinlichkeit: „Ciao Ciao, schönen Tag, ich liebe dich, dein Tantchen hat dich den ganzen Tag lieb!“

Schule schwänzen, Eis klauen und die Welt erklärt bekommen:  Zimtzicken sind so etwas Ähnliches wie Zimtschnecken, Mütter projizieren ihre Essstörungen auf die Kinder, Humor schlägt Gewalt und verkatert zu ein ist so ähnlich wie Kekse und Süßkram zu essen und am nächsten Tag Bauchweh zu haben. Die Tante weiß eben alles. Und wenn der siebenjährige Neffe, schick gekleidet in Anzug mit Krawatte, die Kreditkarte zieht („Ist das ne schwarze Amex?), nimmt das wunderbar vergnügliche Verhängnis seinen Lauf…

Plötzlich Tante: Kaitlin Olson als wüste Tante Mickey wider Willen mitten in der ihr völlig unbekannten Jetset-Welt. Sofia Black-D’Elia als ihre Nichte Sabrina, altklug, ambitioniert und 18. Dann noch der 13 Jahre alt Chip, gespielt von Thomas Barbusca als arroganter angehender Neo­kon­ser­va­ti­ver. Und nicht zu vergessen: der siebenjährige Ben (Jack Stanton), ein liebenswerter sensibler Nerd. Das alles sorgt für eine illustre, mitunter hoch explosive Mischung an Szenen und Dialogen. Derber bis schwarzer Humor, hübsche (wenn auch manchmal vorhersehbare) Überraschungen und familiärer Kleinkrieg mit einer merkwürdigen Tante an der Spitze – not bad.

Ich bin gespannt, wie sich das fortsetzt und ob Tante Mick noch so manchen coolen Spruch oder Tipp bereit hält für den Umgang mit Toni…

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