PANK up your life

Es heißt, wir seien eine neue, urbane Spezies. Es heißt, wir könnten zu den Trendsetterinnen des Jahrzehnts werden. Wir müssen nicht einmal Geschwister sein, um in dieser Rolle anzukommen. Wir schaffen das auch als beste Freundin und Kollegin.

Als coolste und tollste und beste und wunderbarste und großzügigste Tante auf der Welt zeichnet uns vor allem aus, selbst kinderlos zu sein. So zumindest bei jenen, für die die Abkürzung PANK gilt, also „Professional aunt, no kids“. Eine Abkürzung, die ausnahmsweise nicht von Soziologen oder Demografieforschern stammt, sondern von einer New Yorkerin: Melanie Notkin, ihres Zeichens Autorin, Medienexpertin und Tante setzte den Begriff in die Welt – und die dazugehörige Webseite, auf der sich schlaue Tantchen tummeln können.

Jetzt kommen die PANKS

„Tante zu sein ist ein Geschenk“, sagt Melanie Notkin in ihrem Tante-Guide. „Kinder profitieren davon, wenn es neben den Eltern noch andere Erwachsene gibt, die mit ihnen spielen, solange sie klein sind, oder denen sie sich als Teenager eher anvertrauen können. Arbeitende Mütter und Väter sind glücklich über die Unterstützung. Und Kinderlose können teilhaben und etwas weitergeben, ohne die volle Verantwortung für ein Kind zu tragen.“ Win-Win also.

Ohne Ringe unter den Augen

Wir PANKS sind die coolen und kinderlieben Tanten, die mit den Kids auf dem Spielplatz herum tollen, auf der riesigen Rutsche im Schwimmbad um die Wette eifern, schon wieder „Ich – einfach unverbesserlich“ mit anschauen und noch viel mehr: Als PANK, meist 40-plus-selbstbewusste-Single-Frauen, wollen wir dabei sein, wenn die Nichten und Neffen groß werden. Wir wollen den ersten Zahn, die ersten Schritte, den ersten Schultag und den ersten Liebeskummer miterleben. Wir wollen mit den Kleinen (und später auch den Großen) verreisen, Erlebnisse miteinander teilen, Werte vermitteln, Zuhörer und Antwortgeber, Vorbild und Vertrauensperson sein.

In ihrem Lifestyleartikel „Lieber Tante bleiben, als Mutter werden“ bringt es Uta Königin auf den Nenner: „Bei all dem haben sie weder Spuckeflecken auf dem Kragen noch Übermüdungsringe unter den Augen. Und der Zwerg an ihrer Hand blickt so beseelt drein, als wäre er gerade auf dem Weg nach Disneyland, mit Stopover an der nächsten Pommesbude.“

Vier Kugeln Eis – vor dem Mittagessen!

Warum die professionellen Tanten die Lizenz zum Unvernünftigsein gepachtet haben? Vielleicht weil sie wissen, dass Kinder etwas Wunderbares sind – wenn man sie wieder abgeben kann. Oder weil sie – bewusst oder aus anderen Gründen – auf Nachwuchs verzichten (mussten?) und daher ihre Rolle als super interessante, coole, entspannte, lässige und gleichzeitig liebevolle Tante voller Hingebung und Spaß ausleben. Uta Königin beschreibt das so wunderbar: „Macht ja auch Spaß. Zwar wird die Liebe des Dreikäsehochs nie so innig sein wie zu Mama und Papa. Aber dafür haben Tanten die Lizenz zum Unvernünftigsein. Vier Kugeln Eis vor dem Mittagessen? Den Fünfjährigen aus dem Kindergarten entführen und spontan für einen Tag ans Meer fahren? Der 16-Jährigen ein Designer-Shirt spendieren und bis frühmorgens mit ihr durch die Clubs ziehen? PANKS können sich das leisten. Auch finanziell. Denn während eigene Kinder ordentlich Kohle kosten, von der Kita-Gebühr bis zu den neuen Gummistiefeln, haben Tanten und Freundinnen in gut bezahlten Vollzeitjobs eher ein hübsches Verwöhn-Budget übrig und lassen auch mal fünf gerade sein. Müttern (und Vätern) wäre das Shirt zu teuer, das Eis zu inkonsequent, die Clubnacht peinlich. Kinder lernen dabei ganz nebenbei: Andere Erwachsene sind anders. Und viele Lebensentwürfe führen zum Glück.“

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