Fest der wahren Liebe

 

 

 

 

Wie lautet das Rezept für ein erfolgreiches Weihnachtsfest? Tonis Eltern haben es zusammengestellt! Man nehme ein Baby oder Kleinkind – in dem Fall natürlich Toni. Man füge zwei entspannte Eltern dazu, die gerne großzügige Gastgeber sind.  Man lade alle Menschen ein, die Toni von Herzen lieben und für die es nichts Wichtigeres geben kann, als sein erstes Weihnachten mit ihm zu verbringen.

Zur guten Mischung gehören außerdem Menschen, die bisher schlechte Erfahrungen an Weihnachten gemacht haben. Und Menschen, deren eigene Familie irgendwo verstreut lebt oder anderswo feiert. Auch Menschen, die ihre Familie erst an den nächsten Tagen sehen werden. Gern gesehen sind Menschen, die noch nie Raclette gegessen haben. Besonders schmackhaft wird das Weihnachtsfest, wenn sich weitere Kinder, egal welchen Alters, dazu gesellen. Für die besondere Würze sorgen dann noch die verschiedenen Nationalitäten: Ungarn, Griechen, Italiener, Tschechen, Türken… Es gehören also auch Menschen zu diesem Rezept, die aufgrund ihrer Kultur oder Religion gar kein christliches Weihnachten feiern – aber Lust haben, mit Toni mit zu feiern. Nicht zu vergessen jene Menschen, die gerade viel durchmachen, die etwas seelischen Anker suchen. Menschen, die gute Freunde sind. Menschen mit und ohne Partner, mit und ohne Kinder. Willkommen übrigens auch Menschen mit braven Hunden…

Alle diese Menschen haben sich also am 24. Dezember bei Toni eingefunden. Sie bevölkern das Haus und drapieren sich gerade rund um den Weihnachtsbaum. Tonis Eltern haben das Motto gut formuliert: Jeder, der Toni erleben möchte und jeder, der alleine ist oder sich einsam fühlt, ist herzlich willkommen. Sie haben damit in ihrer kleinen neuen Familie eine neue Tradition begründet – und es ist ihnen mehr als gelungen. Das Ergebnis: ein harmonisches, fröhliches, entspanntes Weihnachten.

Nach dem Essen geht es endlich zur Bescherung. Die Kinder haben sich gleich unter dem geschmückten Weihnachtsbaum einen Platz gesucht, ganz nahe an den vielen hübsch verpackten Päckchen. Jetzt nehmen die Mütter das Zepter in der Hand, verteilen die ersten Geschenke. Es wird ein Brausen und Sausen der Stimmen, ein Jubeln und Freuen, ein Rascheln und Knistern, ein Oh und ein Ah. Es ist ein buntes Treiben im Wohnzimmer, ein herrliches Miteinander, das Lächeln und Strahlen ist auf allen Gesichtern zu sehen.

Irgendwo zwischen den wachsenden Papierbergen hat es sich Toni gemütlich gemacht. Passend für diesen Abend gekleidet trägt er winzige grüne Tannenbäume und rote stilisierte Rentiere auf seinem Strampelanzug. Im aufrechten Sitz lehnt er an seinen Vater, während seine Mutter von gegenüber die ersten Schnappschüsse macht. Und wer ganz genau hinschaut, der kann erkennen, wie diese drei eine kleine Insel bilden. Inmitten der großen weihnachtlichen Gemeinschaft und zwischen den Gästen sind sie inniglich verbunden. Der stolze Blick der Eltern auf das Kind, mit Neugierde und Konzentration auf Toni gerichtet, auf seinen erstaunten Gesichtausdruck und die großen Augen, auf seine trommelnen Handbewegungen auf den Paketen, auf die unnachahmliche Freude über die Spielsachen, die sich aus den Papieren und Schachteln schälen.

Mein Bruder hat es ganz richtig formuliert: Auch wenn Toni vielleicht noch nicht alles bewusst mitbekommt, so erlebt er doch, was hier passiert. Er spürt das gute Miteinander, er merkt das Wohlwollen aller, eingebettet in dieser einträchtigen Atmosphäre, ummantelt von so viel Liebe und Aufmerksamkeit, die ihm entgegen gebracht wird, in Stunden, die beseelend und glückselig sind.

Frohe Weihnachten, liebster Toni!

One thought on Fest der wahren Liebe&

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.