Eins

Lässt sich die Beliebtheit eines Kindes eigentlich an der Anzahl der Torten zum ersten Geburtstag ermitteln? Gibt es da vielleicht eine unmittelbare Kohärenz? Ich denke schon…

Toni ist jetzt ein Jahr alt! Vor einem Jahr kam er in unsere Familie und wurde zu unserem größten Glück. Ein Geschenk sondergleichen. Mit nichts zu vergleichen. Durch nichts zu ersetzen. Der wunderbarste Mensch, der mir je begegnet ist. Meine große kleine Liebe.

Heute sind sie alle gekommen: der Patenonkel und der Opa, die besten Freunde, die Vierbeiner, die Zweibeiner, die von nah und die von weiter weg. Das Wohnzimmer füllt sich mit Menschen und mit bunten Geschenken, auf denen vorwiegend Comichelden zu sehen sind. Was sich da drin wohl alles verbirgt? Dazwischen tummeln sich allerlei dickbäuchige Kameraden – die lustigen Heliumballons in Tierform hat Tonis Vater am Nachmittag fleißig aufgeblasen, so dass ein ganzer Zoo nun das Wohnzimmer bevölkert – vom riesigen Marienkäfer über ein pinkes Kaninchen bis zum Dinosaurier. Echt was los hier!

Apropos Luftballon: Toni hat riesigen Spaß daran, auf dem Boden zu sitzen, den heliumgefüllten Luftballon mit der großen silbernen Eins an der dünnen Schnur in der Luft und weit über seinem Kopf hin und her zu schaukeln, sich währenddessen von den vielen Gästen begrüßen und begutachten zu lassen. Das ist ein großes „Ach herrje“ und „Schau mal an“, ein „bist du groß geworden“ und „was für ein hübscher Kerl“ quer durch die Reihen.

Und dann – ja dann kommen die Torten! Eine riesige qudratische Torte mit Namenszug darauf, eine sehr gelungene Iron Man Torte in Rot, dazu gesellt sich die hübsche blaue Torte mit frischen Erdbeeren drin (Danke Michaela!) und am Ende schleppt der Patenonkel auch noch einen riesigen weißen Tortenkarton an. Vier Torten zum ersten Geburtstag – was für eine Ausbeute! Kein Wunder, dass bei so einem reich gedeckten Tisch das Kerzen ausblasen zu einem ganz besonderen Happening wird!

Ein wenig später dann, die Gäste haben sich da und dort mit Kuchenteller in der einen und Sektglas in der anderen Hand um Toni verteilt, geselle ich mich in die Küche zu Michaela, die auch eine köstliche Torte beigesteuert hat. Gemeinsam schauen wir so dem bunten Treiben zu und fragen bei den Gästen nach, wer noch ein Stück von dieser oder jener Leckerei kosten möchte. „Der ist nicht so süß“, höre ich Michaela sagen. Und ich weiß, dass sie tatsächlich ihre Torte meint – und nicht das Geburtstagskind. Denn Toni, der ist wahrlich süß. Und nicht nur vier zuckersüße Torten sind dafür der Beweis…

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