Top 10 Bilderbücher

Als Germanistin ist ja wohl klar: ich bin für die Bücher zuständig! Ich gebe zu: ich bin echt früh dran – aber über die richtige Lektüre für die Kleinen kann man sich gar nicht zu bald Gedanken machen. Tonis Tante – die Büchertante. Klingt doch gut. Tante, Tante, welches Buch hast du mir heute mitgebracht? Ich höre Toni schon rufen, kaum dass ich zur Türe rein bin. Tante, Tante, liest du mir gleich etwas vor? Und dann auch noch vor dem Zähneputzen? Und auch noch vor dem Schlafengehen? So wird das ablaufen, da bin ich mir ganz sicher – in ein paar Jahren.

Für mich waren es immer die wunderbarsten Momente, wenn mir vorgelesen wurde. Da gab es so viel an Ruhe und Spannung, Harmonie und Fantasie, wohliger Müdigkeit und aufwiegelnder Turbulenzen – alles gleichzeitig. Minutenlang schaute ich die Bilder zu den Geschichten an, die ich hörte. Die beste Zeit meines Lebens, kann ich heute sagen.

Daher kommt heute meine Top 10 der Bilderbücher – und es wird sicher so einige Fortsetzungen geben, bis Toni dann soweit ist, sich vorlesen zu lassen.

Platz 10: Eric Carle – Die kleine Spinne spinnt und schweigt.
Obwohl ich diese Tierchen ganz und gar nicht mag: ein wunderschönes Bilderbuch. Das Spinnennetz entwickelt sich von Seite zu Seite weiter und in der aktuellen Druckversion ist es haptisch so toll gemacht. Das schwäbisch inspirierte Fazit: wer schweigt, der sch

Platz 9: Catherine Berg und Simone Cederquist – Das Buch über Bubblan, der neue Eltern bekam.
Ein wunderschönes Hippie-Buch – das ganze Leben, auch in seinen traurigen Momenten, ist mit bunten Blumen geschmückt. Ein Werk, das stellenweise dank der Zeichnungen eher an einen LSD-Trip erinnert, ist so super lässig. Leider nur noch im Antiquariat oder auf dem Flohmarkt erhältlich (ich habe sage und schreibe 30 Euro dafür bezahlt) – also Augen offen halten.

Platz 8: Judith Kerr – Mog, der vergessliche Kater.
Bei Familie Thomas lebt Mog – und auch wenn er ziemlich dumm und einfältig ist, muss man ihn einfach mögen. In seiner Naivität passieren dem Kater so allerhand Sachen und er nervt damit die Menschen. Doch eines nachts kann er seinen tigerhaften Mut beweisen…

Platz 7: Ich sag Hallo – was sagst du?
Los geht’s auf große Reise. Der kleine Bär nimmt schon die Kleinsten mit in die große weite Welt, in der die Menschen ganz unterschiedliche Sprachen sprechen. Wie aufregend! Ich liebe die Zeichnungen der Illustratorin Johanna Fritz!

Platz 6: Ich sag Danke – was sagst du? Die Fortsetzung mit den herausragenden Zeichnungen der talentierten Illustratorin Johanna Fritz. Dieses Mal bedankt sich der kleine Bär einmal rund um den Globus. Besonders schön ist die Lautmalerei dabei: Sänk yu, Gra-si-as, Tese-kürleer.

Platz 5: Leo Lionni – Frederick. Die Geschichte von der Maus, die allgemein hin als faul gilt, nur weil sie das Leben zu genießen weiß. Und lieber Wörter sammelt anstatt Körner für den Winter. Ich fahre total ab auf die Bebilderung, die eher Material-Collagen gleicht.

Platz 4: Leo Lionni – Swimmy. Nochmals von dem begabten Autor, dieses Mal begleiten wir den kleinen schwarzen Fisch, der eben anders ist als alle anderen – und eines Tages zum Leader wird und zeigt, wie Team und Führung im Haifischbecken funktionieren… (ok, das war jetzt die Business-Interpretation, ich geb’s zu)

Platz 3: Brüder Grimm – Kinder und Hausmärchen. Der Klassiker und noch immer unter meinen Top 3. Meine uralte Version aus dem Jahr 1957 ist ein Erbstück, hat inzwischen vergilbte Seiten und riecht noch immer so modrig wie zu meinen Kinderzeiten. Was war ich im Glück, wenn mir daraus die Lieblingsmärchen vorgelesen wurden! Die habe ich übrigens angekreuzt – in verschiedenen Farben!

Platz 2: Maurice Sendak – Wo die wilden Kerle wohnen.
Fürchterliches Brüllen, Zähnefletschen und beängstigente Krallen – die Monster der etwas anderen Art sind so liebenswürdig, dass man am liebsten gar nicht mehr davon segeln möchte. Ein Plädoyer dafür, Unfug zu treiben, sich im Kinderzimmer einen Wald anzupflanzen und einen Wolfspelz zu tragen 🙂

Platz 1: Eric Carle – Die kleine Raupe Nimmersatt.
Der absolute Klassiker und für mich nach wie vor auf dem ersten Rang – so schön zu erleben, wie aus dem kleinen Ei im Mondschein die nette grüne Raupe schlüpft. Noch heute finde ich es faszinierend, mit den Fingerspitzen in den Löchern zu bohren, die das Tierchen ins Blatt gefressen hat. Wie köstlich schmecken Wassermelonde, Lutscher und Kuchen – und anstatt Kalorien zu zählen, wird am Ende trotzdem ein schöner Schmetterling aus dem gefräßigen Winzling…

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